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One more Question

Insights into processes, background experiences and the structures and challenges behind projects at AIL

Follow up conversations (in German and English)

TOPIC CONTENT:

Conceptual Joining: Backstage Report

May I introduce: Alien! Erfahrungen mit der Umstellung auf eine digitale Ausstellung

In Conversation with TOXIC TEMPLE

Goodbye Franz-Josefs-Kai 3!

Artist Talk: Ibrahim Mahama & Tracy Thompson

How Will We Work? How Shall We Study?

AIL broadcasts the research landscape of die Angewandte and is a connecting point to other fields of knowledge and sciences. The projects in AIL’s program investigate current societal issues and encourage the development of new ideas and concepts.

Which tools can artistic practices develop to cope with the challenges our society faces today? What can artists, designers, activists, teachers, farmers and everyone else offer to create a well-functioning present and a future worth living?

AIL facilitates a wide range of formats, such as multidisciplinary exhibitions, curated talks and discussions, symposia, lectures, concerts and performances as well as public experiments.

With the range of subjects, knowledge and players residing at AIL we try to dig deeper from time to time, and therefore give you more insights in processes, background experiences and the structures and challenges behind projects.

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Conceptual Joining: Backstage Report

From our Newsletter 2019 (Interview in German)

Daniela Kröhnert and Lukas Allner giving us insights in their research project and experiences

figure of stacking system | Image by ©

Das Forschungsteam von Conceptual Joining zeigte im Winter 2019 in Form einer Ausstellung im AIL ihre Arbeit und Ergebnisse, im Rahmen dessen haben wir Daniela Kröhnert and Lukas Allner gebeten uns einige Hintergründe und Erfahrungen zum Projekt zu beleuchten:

Wir haben im Grunde untersucht wie das Wesen des Materials Holz raum- und strukturbildend erlebbar wird. Unsere Überlegungen begannen im Detail, in Prinzipien und Systemen zunächst losgelöst von einem konkreten Gebrauchszweck.

Wir wollen mit den entstandenen Experimenten Spekulationen über eine materialorientierte Architektur anregen, die auf eine mögliche Funktion und Deutung aus dem sich ergebenden Potential verweisen.

Team at work | Image by ©

Wie setzt sich euer Team zusammen, wer kommt aus welchem Kontext?

Wir sind alle Architekten, mit verschiedenen Hintergründen und Expertisen, zum Beispiel ist Philipp Reinsberg auch Zimmermann und Daniela Kröhnert Spezialistin für CNC Fabrikation. Unsere Mentoren sind Professor*innen und Unterrichtende an der Angewandten in verschiedenen Bereichen mit weiteren Kompetenzen zum Beispiel als Ingenieur*innen, Industriedesigner und Wissenschaftler*innen.

Unser Team wird angeleitet von Prof. Christoph Kaltenbrunner, momentan Professor am Institut für Kunstpädagogik und leitet die Abteilung Darstellung, Architektur und Environment und vereint den Architekten, Produktdesigner und Maschinenbauer in einer Person.

Das Forschungsteam sind Lukas Allner, Daniela Kröhnert, Philipp Reinsberg und Mechthild Weber, alle studierte Architekt*innen, mit unterschiedlichen Vorausbildungen und Spezialisierungen. Philipp ist gelernter Zimmerer, Daniela Spezialistin in Digitaler Fabrikation, Lukas Stärken liegen vor allem im Entwurf und der konzeptionellen Entwicklung unserer Experimente und sorgt für eine kohärente Umsetzung der Forschungsagenda, Mechthild ist Expertin wenn es darum geht die komplexen Prozesse in der Bauausführung mit der Kunst zu verbinden und steuert unsere Forschungsagenda indem sie für den Wissensaustausch zwischen allen Beteiligten (auch Forschungspartner*innen) sorgt. Zusätzlich werden wir betreut durch die Mentor*innen, Prof. Karin Raith und Anja Jonkhans aus der Abteilung Baukontruktion des Instituts für Architektur und Clemens Preisinger, Bauingenieur und Entwickler der parametrischen Tragwerkssoftware Karmaba3D.

workshop in the woods | Image by ©

Wie entsteht so ein Forschungs-Projekt?

Es gibt vom österreichischen Wissenschaftsfond (FWF) ein Förderprogramm zu künstlerischer Grundlagenforschung (PEEK). Es werden Projekte von 2,5 Jahren Dauer gefördert. Das Tolle an diesem Programm ist die vollkommen ergebnisoffene Ausschreibung, als Forschende*r ist man also sehr frei in der Untersuchung von Fragestellungen. Wir haben uns als Gruppe von befreundeten ehemaligen Kommiliton*innen, zunächst zu dritt zusammengefunden, als wir die Themenstellung für den Förderungsantrag entwickelten, kamen die weiteren Team-Mitglieder dazu.

Der Ausgangspunkt war eine weitergeleitete Anfrage, ein Projektkonzept zu einem innovativen Klebstoff zu entwickeln. Durch die Auseinandersetzung mit dem Zusammenfügen von verschiedenen Materialien / Teilen (per Verklebung) kamen wir sehr schnell auf das Material Holz. Uns faszinierten einerseits die komplexen Materialeigenschaften und -formen, andererseits die vielfältige Kultur der Fügemethoden in der Handwerks- und Baukunst.

excursion to Japan | Image by ©

Ihr habt zur Recherche eine Exkursion nach Japan gemacht, was ist euch besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders beeindruckend war wie gleichzeitig uralte Tradition und High Tech überall präsent sind. Die Einzigartigkeit der zeitgenössischen japanischen Architektur kommt auch daher, dass traditionelle mit futuristischen Ansätzen sich zu etwas Neuartigem verbinden.

Ein besonderes Erlebnis war wie traditionelle Zeder-Bäume aufwändig gezüchtet werden, um perfekt gerade Stämme zu bilden, diese Wälder wirken wie riesige Säulenhallen. Noch extremer ist die Kunst des “Daisugi”, einer speziellen Baumzucht, in der oben auf einer Art Mutterbaum gerade gewachsene Nebentriebe als Pfetten (eine Form von Dachlatten) für Teehäuser im spezifischen Sukiya-Stil wachsen gelassen werden. Herr Iwai, der allerletzte, der dieses Handwerk noch betreibt, hat uns großzügig in sein schönes uraltes Holzhaus zu einem traditionellen Tee eingeladen und Einblick in das alltägliche japanische Leben in einem Bergdorf nördlich von Kyoto gegeben. Überhaupt ist die Liebe zum Detail und zur Perfektion in allem spürbar.

preparing the wood | Image by ©
augmented reality in the exhibition | Image by ©

Welches Potential seht ihr in der Verbindung von Handwerk und neuer Technik?

Wir glauben dass mit den Möglichkeiten von Computern und Technologie mit hoher Irregularität und Komplexität umgegangen werden kann. Es ist nicht mehr unbedingt notwendig in gleichförmigen Standards zu denken, individuelle Realisierungen von Räumen und Objekten als Unikate sind möglich. Durch Technologie wird ein neuer Zugang zu Material und Handwerkskunst möglich.

robot and graphic working with wood | Image by ©

Daniela hatte mir im Vorfeld von "Robotic Production der Branch Formation" und "Augmented Reality Programmierung" geschrieben – Worum geht es hier genau, wie sieht der Arbeitsprozess aus?

Im Holzbau werden immer öfter computergesteuerte Maschinen und automatisierte Prozesse eingesetzt, diese ermöglichen eine komplexe Bearbeitung mit hoher Präzision. Solche CNC Maschinen, wie etwa eine automatische “Abbundanlage” werden dazu verwendet vorgefertigte Holzbalken herzustellen, die auf der Baustelle ohne grossen Aufwand montiert werden. Hauptsächlich werden so konventionelle ("konservative") Satteldächer hergestellt, wir sehen aber ein großes Potential für komplexe erlebbare Architekturen, die sich so realisieren lassen. Über die Dauer des Projektes haben wir verschiedene Prototypen von irregulären Stabstrukturen umgesetzt, einige davon sind in unserer Ausstellung zu sehen.

Heterogene Werkstücke wie Astgabeln lassen sich schwer mit herkömmlichen Maschinen bearbeiten, es gibt keine geraden Flächen oder gleiche Teile. Für diese Herausforderung ist die räumliche 7-Achs-Bearbeitung mit einem Roboterarm besonders interessant. Diese Maschinen kennt man vielleicht von vollautomatisierten Produktionsstraßen in der Autoindustrie, wo diese Roboter komplexe Arbeitsabläufe präzise ausführen. An den Arm können viele verschiedene Werkzeuge montiert werden.

Die Angewandte besitzt eine solche Maschine, wir haben für dieses Projekt eine spezielle Vorrichtung entwickelt, auf der Äste eingespannt werden. Nach einigen Versuchen hat sich ein Ablauf etabliert indem jedes Teil über drei Referenzpunkt eingemessen wird, wodurch die digitale 3D Geometrie mit dem physischen Objekt synchronisiert wird, anschließend wird mit einer Kettensäge bearbeitet. Vorrausgesetzt alle Dateien sind erstellt, dauert die Bearbeitung für ein Teil inklusive Befestigung und Einmessen 30 bis 40 min, der Roboter wird von einer Person bedient.

Als Alternative haben wir ein Verfahren entwickelt, in dem wir mit Hilfe einer Augmented Reality Anwendung auf einem Smartphone Äste von Hand bearbeiten können. Mit sogenannten AR Apps lassen sich virtuelle Informationen mit der physischen Umgebung überlagern. In unserem Fall haben wir dieses Werkzeug dazu genutzt virtuelle Umrisslinien der Verbindungsdetails auf die physischen Elemente zu projizieren, nachzuzeichnen und schließlich mit einfachen Handwerkzeugen (Handsäge, etc.) auszuschneiden. Dieser Prozess war sehr interessant für uns, weil wir darin das Potential sehen durch Computer Software mit einfachen, leicht verfügbaren Werkzeugen ein hochkomplexes Projekt zu realisieren.

Ähnliche AR Anwendungen haben wir auch verwendet, um die großen Gesamtstrukturen zusammenzusetzen und aufzubauen. Es gab keinerlei physische Pläne oder Zeichnungen, lediglich eine virtuelle Bauanleitung fuer ein 3D Puzzle.

The artistic research project Conceptual Joining investigates wood constructions in a series of structural and spatial experiments. By combining the intelligence of traditional craftsmanship with the potential of computational techniques different design methods and techniques are developed.

The exhibition focuses on two projects that explore the relationship between material, structure and space. Branch Formations is about utilizing naturally grown wood elements as components of a spatial framework. In Interlocking Spaces joining principles, derived from traditional Japanese Architecture, are expanded by digital systematics, forming complex configurations. The working process and results of 2.5 years of research are presented. Full scale installations, models, videos and Augmented Reality allow for an interactive experience of an architectural speculation.

Projektteam:
Leitung: Christoph Kaltenbrunner

Forschungsteam: Lukas Allner, Daniela Kröhnert, Philipp Reinsberg, Mechthild Weber

MentorInnen: Karin Raith, Anja Jonkhans und Clemens Preisinger

Ein Projekt gefördert von österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF) / PEEK Programm

All Photos: Conceptual Joining
Questions by Eva Weber

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May I introduce: Alien! Erfahrungen mit der Umstellung auf eine digitale Ausstellung

From our Newsletter 2020 (Interview in German)

Drei Fragen an die Kuratorinnen und Künstlerinnen Alexandra Fruhstorfer und Violetta Leitner

Für Mai 2020 war im AIL die Ausstellung May I introduce: Alien! Von depressiven Affen und einfühlsamen Dodos der beiden Kuratorinnen und Künstlerinnen Alexandra Fruhstorfer und Violetta Leitner geplant. Aufgrund von Covid-19 war eine Umsetzung vor Ort nicht machbar, sodass die Beiden eine digitale Alternative entwarfen und umsetzten. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen befragt:

Sujet from the project, different animals in different styles | Image by ©

Was waren Herausforderungen bei der Umsetzung online? Welche Grundüberlegungen hattet ihr, nach denen ihr die Homepage umgesetzt habt?

Uns war wichtig, dass die virtuelle Umsetzung kein notwendiges Übel wird, sondern mit allen digitalen Mitteln strahlen kann. Wir hatten ja relativ wenig Zeit für die Konzeption und Umsetzung und mussten sehr schnell Entscheidungen treffen, als klar war, dass eine analoge Umsetzung sehr unwahrscheinlich möglich sein wird. Schnell waren wir uns einig, dass wir keine abgefilmte virtuelle 3D Ausstellung aufsetzen wollen, wie es sehr viele Galerien und Museen seit März getan haben. Auch eine Portfolio-Seite schien uns nicht sehr sinnvoll in Anbetracht dessen, dass ja einige der vorgestellten Arbeiten bereits auf bestehenden Werken basieren. Es war uns hier wichtig die Projekte auch inhaltlich weiterzuentwickeln, Querverbindungen herzustellen und sie auch in gewisser Weise enger ineinander zu verwickeln.

Wir wollten also die Chance ergreifen in dem neuen Format mit verschiedenen Narrativen zu experimentieren.

So haben wir an einem – wir nennen es gerne – "Universum" von verschiedenen Beobachtungslinsen und Erzählweisen getüftelt, in dem die Besucher*innen eingeladen sind sich verschiedene Brillen der Betrachtung aufzusetzen. Wir haben dabei zum Beispiel in unserer "THE OPINION"- Brille vier Expert*innen und Wissenschafter*innen aus Disziplinen von Biologie über Anthropologie und Kulturwissenschaften eingeladen, die Projekte, von ihrem spezifischen Standpunkt aus, zu beleuchten und zu reflektieren. Man könnte dies fast als eine Art Führung durch die Ausstellung aus verschiedenen Expertise-Perspektiven beschreiben. In unserer "THE VISITOR" Abteilung ist das Publikum selbst eingeladen etwas zur Ausstellung beizutragen – man darf und soll interagieren, kommentieren und philosophieren!

Eine große Herausforderung, neben der zeitlichen Komponente in der Konzeption, war natürlich der knappe Zeitrahmen für die technische Umsetzung. Es war ein großer Flexibilitätsakt für unser technisches Team in der Entwicklung dann auch noch auf den work-in-progress im Konzept Rücksicht zu nehmen – es war ein recht organischer und wilder Prozess. Auch hatten wir natürlich durch den knappen Zeitrahmen nicht so viele Möglichkeiten unsere Ideen vorab zu testen, weshalb ich das Projekt noch immer als ein kleines work-in-progress mit allerhand Möglichkeiten zur Verbesserung sehe.

Screenshots der Homepage – Virtuelle Ausstellung und interaktives Experiment | Image by © Screenshot der Homepage – Virtuelle Ausstellung und interaktives Experiment

Was waren Vorteile / Nachteile bei der digitalen Umsetzung?

Sehr schön war, dass wir durch das neue Format und die konzeptionelle Arbeit daran zwangsläufig und glücklichereweise in sehr engem Kontakt und Austausch mit unseren Künstlerinnen waren, und das ganze Projekt so wirklich zu einem gemeinschaftlichen geworden ist. Unsere Künstlerinnen kommen ja aus oder wohnen derzeit in verschiedensten Ländern in Europa.

Eine Sache, bei der ich nie gedacht hätte, dass sie mir so wichtig sein würde, ist der rituelle Aspekt einer Ausstellungseröffnung: dass wir diesen offiziellen Moment des gemeinsamen Feierns und des "Band-Zerschneidens" nicht erlebt haben, habe ich respektive sehr vermisst.

Leider hatten und haben wir durch das digitale Format auch sehr wenig Gefühl dafür, wie viele Besucher*innen sich auf unserer Seite tummeln, und es ist natürlich etwas ganz anderes, wenn man den Besucher*innen – besonders aus Kuratorinnensicht – die Ideen und Geschichten hinter den Installationen persönlich kommunizieren kann.

Aus diesem Grund waren wir auch recht dankbar, dass wir mit den AILien-Talks während des Angewandte Festivals die Möglichkeit hatten – zwar auch nur digital und nicht in direktem Austausch mit dem Publikum – einige Aspekte, Gedanken und vor allem auch die Künstlerinnen hinter den Werken vorzustellen. Dieses Format hat uns zumindest ein klein bisschen von einem offiziellen Start suggeriert.

Und natürlich muss man sagen, dass die Köpfe des Publikums, was digitale Formate betrifft derzeit schon mehr als rauchen und man somit auch leichter untergeht in der Masse an virtuellen Veranstaltungen und Webseiten. Die Magie des Analogen, des Materiellen und Direkten ist hier unmöglich zu ersetzen.

Screenshots der Homepage – Aus verschiedenen Blickwinkeln werden die 5 Projekte beleuchtet | Image by © Screenshot der Homepage – Aus verschiedenen Blickwinkeln werden die 5 Projekte beleuchtet

Gibt es ein erstes Fazit, auch aufgrund von Rückmeldungen, was ihr nun vielleicht anders machen würdet?

Ich denke wir würden definitiv nun den Fokus verschiedener Bereiche etwas anders gewichten. Die interaktiven Bereiche könnten etwas präsenter und in-your-face sein, um etwas offensichtlicher zur Beteiligung zu animieren. Dem Audioformat "THE OPINION" könnte man eventuell etwas mehr Ruhe verleihen, wobei wir hier auch noch zusätzlich einen nicht so experimentell angelegten Podcast aus dem Material zusammenstellen möchten, dieser ist sicher eine gute Ergänzung als klassisches Hörformat, auch für Unterwegs.

Exit through the Gift Shop, screenshot of the projects page | Image by © Screenshot der Homepage – Exit through the Gift Shop

Die präsentierten Arbeiten der digitalen Ausstellung May I introduce: Alien! verdeutlichen auf unterschiedliche Weise die Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gesellschaft. 5 Künstlerinnen, Designerinnen und Forscherinnen nähern sich dem Fremden, dem Alien in seiner vielfältigsten Erscheinungsform und fragen:

Müssen wir erst Eindringlinge werden, um vorherrschende Paradigmen hinterfragen und aufbrechen zu können?

Mit Arbeiten von: Solmaz Farhang, Alexandra Fruhstorfer, Ege Kökel, Lena Violetta Leitner and Andrea Palašti

Die Fragen stellte Eva Weber

podcast

In Conversation with TOXIC TEMPLE

Exhibition / Alumni in Residence from 2020

Elisabeth Falkensteiner in conversation with Anna Lerchbaumer and Kilian Jörg about their Toxic Temple – sensuality, religion, dystopia

(Podcast in German)

Find us on Soundcloud

Elisabeth Falkensteiner in conversation with Anna Lerchbaumer and Kilian Jörg about their ongoing project Toxic Temple – about sensuality and religion, communication with the afterlife, ecological disaster scenarios, the dystopia of extinction, the end of the Anthropocene, a possible other world and about the favourite object of the exhibition.

Push the button and play! Have fun listening!

The exhibition TOXIC TEMPLE was on view at AIL from 6 to 26 February 2020 and is part of the Alumni in Residence series, which explores artistic research ideas by graduates.

Anna Lerchbaumer and Kilian Jörg are alumni of the Angewandte.

This exhibition was supported by ARTist – graduate association of the University of Applied Arts, and was realized on February 2020 with three performative evenings at the AIL.

video

Goodbye Franz-Josefs-Kai 3!

After seven years at Franz-Josefs-Kai 3, AIL moves to the former Postsparkasse. We take the chance to say goodbye and look back.

An Interview with Alexandra Graupner, head of AIL since 2014, about false alarms, favorite corners and future plans.

About false alarms, favorite corners and future plans

A short ride through the history of AIL from 2014 to 2021
Interview by Vicky Klug

Hi Alex, thanks for finding the time for this interview in between all the packed moving boxes. How are you doing?

After experiencing so many intense projects here at the Franz-Josefs-Kai, I am of course a bit sad to leave this beautiful space behind. We worked hard on creating a calm and open work and exhibition atmosphere. It took some time to find our voice, but when we did, I felt very comfortable and strong about creating this very special safe space and I was enjoying every minute of personal interaction during our events or exhibition productions.

Starting a new chapter in the Otto Wagner building means changing the course a little and conquering the new space for our agenda. As there will be many different players moving into this building during the next years, it is very exciting to be positioned at the heart of things. After all, this is the biggest asset of moving: becoming part of the university geographically and being surrounded by potential AIL-collaborators.

Especially after this challenging Covid year, I am longing for having heated discussions and face to face contact with lecturers, meet our Angewandte artists in the hallway, get to know scientists from ÖAW, the Austrian Academy of Science, and finally, see our audience again.

Sign "Gallery closed because of flooding" | Image by © 'Gallery closed due to flooding'

What will you miss the most?

The cool basement in summer and the view towards the Riesenrad (the Giant Ferris Wheel in the Vienna Prater amusement park), when stepping out.


What won't you miss or may be glad to leave behind?

False alarms and calls from our security company in the middle of the night.

Alexandra Graupner, Head of AIL and Dr. Gerald Bast, President of University of Applied Arts Vienna | Image by © Alexandra Graupner, Head of AIL and Dr. Gerald Bast, President of University of Applied Arts Vienna at the opening night of AIL, 2014

Can you remember your first working day at AIL back in 2014?

It all started in a shopping centre on April 1st: Die Angewandte rented office space in Wien Mitte, the mall, and in order to get to it I had to find my way through a maze of hallways. It felt a little bit like in Alice in Wonderland, walking through the rabbit hole … We would only move into our space at Franz-Josefs-Kai in August of the same year.


How did AIL change for you?

AIL is always changing. This is one of the core elements of its personality. Re-evaluating what we have done, how we work and what we could make better are central parts of our work process. Every project needs different things and teaches us more about inter- and transdisciplinary work and the people involved in it. We embrace constant development and I am very content that we feel comfortable in this suit.

Also thanks to our great team. Although I started the project by myself, in October 2014 I was joined by Eva Weber and Nico Wind, who helped shape AIL and how we roll. Their immense support, expertise, humor and endurance are part of AIL´s voice. For 5 years we were producing, curating, laughing, cooking, sweating and thinking together. Yet, as AIL needs have constantly been changing and growing (as well as our personal lives), the set up of our team needed to be modified.

In January 2020, Elisabeth Falkensteiner joined me in the leading position (each of us being part time), which we share with our complementing skills. Elisabeth brings in precious curatorial expertise and is in charge of putting together AIL´s program, which leaves time for my efforts to increase cooperations with external partners and encourage new collaborations. With the complexity of AIL´s tasks, adding this level of double-leadership, was a long-cherished wish. It offers so much more resources and strengthens the team over all.

Not to forget that until Fall 2021, we are also being joined by you for the AIL communications and your immense sensitivity for our diverse nature helps us to put together our new website.

So it's also the team and the people that bring in different things that help us embrace and manage the constant change, including the changes that come with the new space and the new neighborhood.


Favorite exhibition?

I don't have a favorite event or exhibition. In general, I was thriving most, when our collaboration with artists, scientists or other fields started to create it´s own drive and filled AIL with a changed atmosphere and exciting new content. The best moments are, when people find each other at AIL and start new projects together. Those moments are very rewarding.

What was one of the most impressive moments?

For me personally, all musical endeavors were amazing in the space. The sound and the atmosphere are unique and create goosebump – moments.


The AIL at Franz-Josefs-Kai was a huge space. Did you have a favorite corner?

The stairs in the central room were where I would sit and listen to our lectures.

Image by ©

Anything you would make differently retrospectively looking?

Not really, as I am convinced that we needed to take every step of the way and fail where we failed.

Image by © © Eva Weber

What are you looking forward to?

I am keen on starting to push our development further: besides connecting people and supporting projects and collaborations, I would like to work on documenting the theoretical background, the overall impact that finished projects have/had and our experiences in inter- and transdisciplinary work. So far, there is not too much out there looking at and measuring the impact of the artistic factors in interdisciplinary work. I would like to make the results of AIL's work more visible and show it´s importance.

Image by ©

What was the most difficult thing for you in the past years, something you didn't think you could manage, but in the end got there?

The most difficult things are to stay calm, patient and take the time to listen in the heat of everyday work. With all the different events and quickly changing contents, it was sometimes a lot to really understand what our partners wanted to achieve and support them accordingly. Yet, I was growing with each project and I am glad, that I was able to learn how to cater the needs of interdisciplinary collaboration best.


If you could make a wish for the new location and the year to come, what would it sound like?

Let us meet again, let us talk again. I can't wait for our first Kochmittwoch, our monthly cooking gathering!


Thank you Alex for this interview and the little ride through seven years with AIL!

Alexandra Graupner
works as a cultural manager with a special focus on transdisciplinary and interdisciplinary art endeavors and artistic research projects at AIL – Angewandte Innovation Lab.

Working in the field of architecture for over a decade, her interest in multidisciplinary aspects of artistic work was sparked. In 2014 she became the head of Angewandte Innovation Lab, a platform for interdisciplinary and experimental artistic projects at the University for Applied Arts Vienna. Her work focuses on supporting artists, scientists and external partners to present and realize their interdisciplinary projects, connecting people from different fields and providing a safe space for experimental ideas to develop. It is her goal to make the results of those projects comprehensible for a public audience and limelight the impacts they have on society.

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Artist Talk: Ibrahim Mahama & Tracy Thompson

Artist Talk in English from 2021

In the framework of the exhibition ‘Ecologies & Politics of the Living’. Moderation: Baerbel Mueller

Tracy Thompson ( Artist, Ghana)and Ibrahim Mahama (Co-Curator and Artist, Ghana) will introduce their visions of coexistence, nature and the environment and offer insights into their works presented in the show. They will also provide glimpses of the emerging art scene in Ghana and their active role in it.

The artist talk was held on 28 May, 2021 at the new space of Angewandte Innovation Lab

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How Will We Work? How Shall We Study?

Talk in English from 2017

Discussion about the challenges of higher education, the changing society, and how universities therefore will need to transform themselves

The panel will focus on the challenges higher education is faced with, and discuss what can be done to best prepare future students to become competent members of our changing society, and how universities therefore will need to transform themselves.

It is no longer a question of whether our present work structures will be confronted with radical transformation processes, we need to discuss how this transformation is taking place, and which consequences it will bring. Undisputedly, developments in the fields of automation, digitalization, artificial intelligence or further globalization will have a significant impact on labour: Human workers will particularly be needed for tasks that (at least for now) cannot be carried out automatically – requiring competencies like creativity, unorthodox thinking, innovative networking between different fields and disciplines, etc.

Contributors

  • Gerald Bast, President of the University of Applied Arts Vienna

  • Eve Lewis,Director of SPARQS – Student Partnerships in Quality Scotland

  • Hans Pechar, Department of Science Communication and Higher Education Research, University of Klagenfurt

  • Bill Price, Speaker of the Council for a Progressive Economy

  • Ingeborg Reichle, Head of the Department of Cross-Disciplinary Strategies, University of Applied Arts Vienna